Unterwegs an der Ruhraue bei Wickede/Ruhr im Spätsommer

Bei Wickede/Ruhr fanden sich einige BV-Mitglieder zu einer ökologischen Exkursion am10. September zusammen. Das Ziel war der zwei Kilometer lange Abschnitt der renaturierten Ruhr südlich von Wickede (30 km östlich von Dortmund), die 2013/14 baulich deutlich verbreitert und flacher gestaltet wurde.Fachlich leitete der Dipl.-Umweltwissenschaftler Jörg Drewenskus, 2. Vorsitzender des BV-Umwelt und beruflich in der Umweltverwaltung des Landes NRW für das Gewässerauenprogramm für die Ruhr zuständig ist, die Exkursion.Die gesetzliche Vorgabe der Wasserrahmenrichtlinie der EU (Richtlinie 2000/60/EG) sind u.a. der Antrieb für den Rückbau der Flüsse, die in den letzten Jhd. begradigt und an den Ufern befestigt wurden. Eine Aufgabe aller Nutzungen ist jedoch nicht gewollt: so fließt ein Teil des Wassers weiterhin separat über den Obergraben und wird so zur Stromerzeugung genutzt, Kanuten befahren die Strecke, Angler dürfen an bestimmten Strecken angeln und über ein Wander- und Radweg ist diese inzwischen wunderschöne Strecke des Flusses erfahrbar.Die Ruhr hatte sich durch die Begradigung und den Ausbau im Laufe der Zeit tiefer in die Landschaft eingeschnitten, was eine Renaturierung erschwerte. Es mussten große Teile der Uferböschungen in das Flussbett geschoben und ganze Baumstämme fest in das Flussbett eingebaut werden, um den natürlichen Charakter des Flusses wieder herzustellen. Durch die Anhebung der Gewässersohle und der gleichzeitigen enormen Verbreiterung entstanden kleine Inseln und Schotterflächen und ein verzweigtes Flussbett. Unterschiedliche aquatische Lebensräume – flache Ufer mit trägem, Engstellen mit schnell fließendem Wasser, aber auch tiefere Wasserzonen sind so entstanden bzw. entstehen auch immer wieder neu, da der Fluss im wahrsten Sinne in Bewegung ist.Die zwei versierten Botaniker - übrigens die beiden Vorsitzenden des BV-Umwelt - kartierten nebenbei noch das aktuelle Vorkommen der Pflanzen, die sich z.T. erst in den letzten zwei bis drei Jahren dort angesiedelt haben. Die Beobachtung von Eisvögeln, Silberreihern, Wasseramseln und diversen Insekten rundeten das ökologische Spektrum ab. Eine Kartierung im Vorfeld der Renaturierung und die Kontroll-Untersuchungen der letzten zwei Jahr haben die ersten Erfolge dieser Renaturierung schon bewiesen. Die Artenzahlen sind deutlich angestiegen, und vor allem die typischen und zum Teil auf der Roten Liste stehenden Organismen finden hier wieder einen neu entstandenen Lebensraum.Für Interessenten ist zumindest ein Teil der Renaturierung gut über die Nebenstrecke des Ruhrradweges einsehbar. Die Kernzonen sind allerdings der Natur vorbehalten.Text:     Ute Goerke + Martina StengertFotos:     Martina Stengert

Neuen Kommentar schreiben