Bericht vom Neujahrstreff und Vortrag zur Gewässerrenaturierung am 15.02.2017

Am 15. Februar 2017 hielt Diplom-Umweltwissenschaftler Jörg Drewenskus, 2. Vorsitzender des Berufsverbandes Umwelt, einen Vortrag zum Thema Gewässerrenaturierung.
Jörg Drewenskus machte zunächst eine Bestandsaufnahme wie unsere Gewässer aktuell im städtischen als auch im ländlichen Bereich aussehen: begradigt, eingetieft und mit Steinen und Beton befestigt. Selbst kleinste Stadtbäche in Gartengrundstücken weisen eine befestigte Sohle auf. Gesetzliche Grundlage war lange Zeit das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes von 1954. Darin war ein schadloser, schnellstmöglicher Abfluss mit dem Zwang zur Erhaltung des Ausbauzustandes festgeschrieben. Gründe waren der Hochwasserschutz, die Landentwässerung sowie die optimale Flächennutzung als landwirtschaftliche Produktionsflächen, Siedlung-, Gewerbe- und Verkehrsflächen. So wurden in den 1950er bis in 1980er Jahre unsere Gewässer schmal, tief und nahezu geradlinig wie Wasserwege ausgebaut. 1989 entfiel mit der Novellierung des Gesetzes der Zwangs diesen Ausbauzustand unendlich erhalten zu müssen. Seitdem kann den Gewässern wieder mehr Raum eingeräumt werden. Parallel dazu wurden beträchtliche Erfolge in der Gewässerreinhaltung erreicht, so dass offene Abwasserkanäle wie das Emscher-System zu Reinwasserläufen umgebaut werden konnten. In 1990er Jahren wurden die Gewässergüteklasse 2 fast überall erreicht. Diese umfangreichen Anstrengungen wurden durch die Anlagentechnik und Kanalbau erreicht. Aktuell sind trotz guter Gewässergüte ursprüngliche Fischarten und wirbellose Kleinstlebewesen, das Makrozoobenthos, sowie eine sprechende Gewässer-Flora oft nicht mehr vorhanden. Mit Inkrafttreten der EG-Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 wird ein guter ökologischer Zustand, biologisch und chemisch-physikalisch bis 2028 in den EG Mitgliedsstaaten gefordert. Unter großer Öffentlichkeitsbeteiligung sind Maßnahmenprogramme aufgestellt worden, die Umsetzungsfahrpläne. Sie sind eine Pflichtaufgabe für die Gewässerunterhaltung der Zukunft.

Für Verbandsmitglieder ist der Vortrag im internen Bereich abrufbar.